Mythen über Qigong und Dr. Christopher Po Minars Antworten darauf

1. Authentisches Qigong kann man nur in China lernen. 

Genauso wie man Walzer nur in Wien lernen kann, Fußball nur in Brasilien, Karate in Japan und selbstverständlich Yoga nur in Indien. Es mag vielleicht sein, dass man nach vielen Jahrzenten des täglichen stundenlangen Übens vielleicht wirklich an die Quelle, sprich den Ursprungsort einer Kunst gehen muss, um mehr zu erfahren, aber bis man an diesen Punkt gekommen ist, dauert es sehr, sehr, sehr lange. Und wenn man tatsächlich an diesen Punkt angelangt ist, so gibt es sowieso kein Verlangen mehr danach, mehr zu erfahren.

2. Qigong zu erlernen benötigt sehr viel Zeit und ist sehr schwierig.

Nein ist es nicht. Schon nach kurzer Zeit kann man selbstständig üben. Es ist nur so, dass man mit der Zeit immer besser wird und sich daher neuen und anderen Herausforderungen stellt. Jeder Praktizierende übt auf dem Niveau, auf dem er eben gerade ist.

3. Ich habe schon ein paar Qigong Stunden absolviert – ich weiß wie es geht.

Tatsächlich ist man nach ein paar Stunden Qigong Unterricht in der Lage, selbstständig gut zu üben. So ähnlich wie man nach ein paar Klavierstunden in der Lage ist, gut zu üben. Wer allerdings ernsthaft Klavier spielen möchte, wird schon ein paar Unterrichtseinheiten mehr benötigen. Gleiches gilt für Qigong.

4. Ich mache andere Dinge zur Entspannung, deshalb benötige ich kein Qigong.

Entspannung stellt nur einen kleinen Bruchteil dessen dar, was Qigong tatsächlich bewirkt. Entspannung sind die ersten fünf Prozent.

5. Ich möchte keine Qigong Übungen machen, die nicht zu mir oder meinem Krankheitsbild passen. Das könnte schlecht sein.

Jede Qigong Übung passt für jedes Krankheitsbild, da mit jeder Qigong Übung die Selbstheilungskräfte aktiviert werden und der Körper in einen Zustand versetzt wird, in welchem Heilung geschehen kann. Natürlich ist es möglich, Übungen gezielt für bestimmte Organe und Beschwerden durchzuführen, allerdings nicht zwingend notwendig. Einfache Grundlagenübungen, welche die Grundprinzipien des Qigong lehren, sind durch nichts zu ersetzen!

6. Ich bekomme eh schon Kräuter und Akupunktur. Das reicht um meine Ungleichgewichte zu behandeln.

Dies mag stimmen, allerdings müsste man wahrscheinlich das gesamte Leben lang Kräuter trinken und jede Woche mehrmals akupunktieren gehen. Wem das keine optimale Option ist, der hat die wesentlich kostengünstigere Möglichkeit mit Qigong seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.

7. Qigong ist mir zu ruhig.

Haben Sie schon einmal versucht gleichzeitig den Kopf in Richtung Himmel zu strecken, die Füße Richtung Erde zu senken, das Becken zu kippen, die untere Wirbelsäule zu entspannen, den Nacken aufzurichten, die Schultern und Schulterblätter zu entspannen, Arme und Beine zu entspannen, alle Gelenke des Körpers durchlässig zu machen, mit dem Herz und den Mundwinkel zu lächeln, den Atem zu beobachten, die Stille zu hören, die Gedanken loszulassen, das Energiefeld um eine herum wahrzunehmen oder jeden Teil des Körpers so langsam wie möglich gleichzeitig zu bewegen ohne auch nur einen Momant still zu halten? Wer also meint, er bräuchte Beschäftigung, um sich zu entspannen, willkommen in der Welt des Qigong und Taiji. Weit, weit weg vom Nichtstun und doch ganz nahe daran.

8. Durch Qigong bekomme ich Superkräfte.

Ja das stimmt. Eine der Superkräfte ist beispielsweise, dass man nicht mehr nach Superkräften strebt und auch keine haben will. Man ist einfach glücklich und zufrieden mit dem, was ist. Das nenne ich mal eine echte Superkraft.

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