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Das Immunsystem aus Sicht der TCM

Zur Stärkung des Immunsystems müssen meist die Organsysteme von Niere, Milz und Lunge gestärkt werden. Während die Niere die Basis des Körpers und somit auch des Immunsystems darstellt, ist es Aufgabe der Milz, sprich der Darmflora, das Immunsystem zu unterstützen. Die Lunge stellt als oberflächlichstes Organ über die Atemluft bzw. die auch dem Metall Element zugeordnete Haut den Kontakt und die Barriere nach außen dar.

Um das Lungen-Qi zu stärken ist sportliche Betätigung immer eine sehr gute Möglichkeit, da die Lunge sehr gut von Sport profitiert.Die Lunge regiert das Wei Qi (Abwehr Qi) über die Regulation der Poren. Dieses Wei Qi zirkuliert an der Hautoberfläche und schützt uns vor pathogenen Faktoren. In der Nach fließt dieses in das Körperinnere, nährt die Organe und regeneriert sich selbst. Deswegen stellt ausreichend Schlaf laut vielen Studien eines der hauptwesentlichen Faktoren für unser Immunsystem dar.

Essenziell für eine starke Immunabwehr ist eine starkes Yang. Ein starkes Yang entsteht durch ein starkes Blut, welches wiederum durch eine starke Milz entsteht.

Das häufig zur bei Infektanfälligkeit angewandte Vitamin C ist nach Ansicht der TCM eine stark kühlende Substanz. Insofern ist es bei Yang-Schwäche Menschen nicht sehr gut geeignet um das Immunsystem aufzubauen, bei Yin-Schwäche hingegen sehr wohl. Im Akut Fall sollte es nur bei einer Wind-Hitze eingesetzt werden, nicht bei einer Wind-Kälte.

Die klassische Hühnersuppe ist eine sehr gute präventive Maßnahme um den Körper zu stärken und das Blut aufzubauen. Im Akut Fall wird allerdings eher von der klassischen Hühnersuppe abgeraten, da das Huhn tendenziell den pathogenen Faktor mit in die Tiefe nimmt.

Die 2 häufigsten zugrundeliegenden TCM Muster eines schwachen Immunsystems

  1. Qi Schwäche

Bei diesem Muster müssen die Organe Niere, Milz und Lunge gestärkt werden. Je nach Puls und Lungenbefund liegt dann der Fokus der Therapie im oberen, mittleren oder unteren Erwärmer.

Symptome: Müdigkeit, Erschöpfung
Pulsbefund: Schwach
Zungenbefund: Blass
Therapie: Kräuterrezeptur: YU PENG FENG SAN- Das Jade Windschutzpulver
Kräuter: HUANG QI – Astragali Membranacei Radix , REN SHEN – Ginseng Radix, BAI ZHU – Atractylodis Mac- rocephalae Rhizoma Echinacea
Akupunkturpunkte: Ma36, Ni3, Mi3, Bl13, Bl20, Bl23, Ren17, Ren6

  1. Yang Schwäche

Auch eine Yang Schwäche kann zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.
Hier gilt es die Kälte aus dem Körper zu vertreiben und die Nieren zu wärmen.
Symptome: Die Betroffenen sind meist sehr Kälteempfindlich und ständig erfroren.
Pulsbefund: Tief gespannt langsamer
Zungenbefund: Blass, feucht
Therapie: Wärmende Gewürze (Ingwer, Zimt, Nelken, etc.)
Akupressurpunkte: Wie bei Qi-Schwäche nur + Moxa

4 Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems:

1.Ernährung: Vermeiden Sie Rohkost, Milchprodukte und Zucker, da diese das Yang des Körpers schwächen.
Qi und Yang stärkende Nahrungsmittel:

Qi tonisierende Nahrungsmittel für unser Immunsystem

  • Fleisch: Hühnerfleisch, Rindfleisch, Wachtelfleisch
  • Fisch/Meeresfrüchte: Forelle, Heilbutt, Lachs, Seelachs, Seezunge, Thunfisch, Zander
  • Gemüse: Erbsen, Fenchel, Karotte, Kartoffel, Kürbis, Petersilienwurzel, Schwarzwurzel, Sellerie, Süßkartoffel
  • Hülsenfrüchte: Kichererbse, Linsen, schwarze Sojabohnen
  • Getreide: Amaranth, Buchweizen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Quinoa, Reis, Roggen
  • Kräuter: chinesische Dattel, Gundelrebe, Salbei, Schafgarbe, Süßholz, Yamswurzel
  • Milchprodukte: Butter, Schaf- und Ziegenmilch
  • Pilze: Austernpilze, Champignon, Shitake
  • Samen/Nüsse: Erdnuss, Haselnuss, Kürbiskerne, Maroni, Sonnenblumenkerne, Walnuss
  • Öle/Fette: Butter, Distelöl, Kokosfett, Maiskeimöl, Olivenöl, Sesamöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl
  • Verschiedenes: Blütenpollen, Datteln, Eier, speziell Wachteleier


Yang tonisierend Lebensmittel für das Immunsystem

    • Fleisch: Lammfleisch, Pferdefleisch, Wildfleisch, Ziegenfleisch
    • Fisch/Meeresfrüchte: Garnelen, Hummer, Krabbe, Langusten, Miesmuscheln, Shrimps
    • Gemüse: Fenchel, Frühlingszwiebel, Lauch, Meerrettich, Pepperoni, Sellerie, Zwiebel
    • Getreide: Amaranth, Buchweizen, Hafer
    • Kräuter: Anis, Basilikum, Bockshornkleesamen, Fenchel, Hafer, Ingwer, Lorbeer, Nelken, Pfeffer, Sternanis, Thymian, Wacholder, Zimtrinde
    • Samen/Nüsse: Walnuss, Maroni

2. Bewegung: Um das Abwehr Qi des Körpers zu stärken, gibt es nicht effektiveres als Übungen des Kung Fu

Ablauf der Übung

Zuerst den linken Fuß in einem Bogen nach links vorne setzen, das Gewicht nach vorne verlagern, dann den rechten Fuß nachziehen und in einem Bogen nach rechts außen stellen. Die Übungsserie wird in der Reiterstellung „Mabu“ durchgeführt. Beide Hände zu Fäusten schließen und an die Hüfte ziehen. Die rechte Hand öffnet, seitlich des Körpers nach oben heben, kräftig einatmen. Anschließen die rechte Handfläche nach vorne drücken, bis der Arm fast durchgestreckt ist, ausatmen. Dann Faust wieder schließen und die Faust zurück an die rechte Hüfte führen. Dieselbe Bewegung auf der linken Seite durchführen. Anschließend beide Fäuste öffnen und mit den Handflächen nach oben gerichtet vor dem Körper bis auf Brusthöhe heben, einatmen. Dann Handflächen nach unten drehen, Hände wieder nach unten senken, ausatmen. Noch einmal beide Hände nach oben bis auf Schulterhöhe heben, einatmen. Dann beide Hände um 180° drehen, sodass die Handflächen wieder nach oben in Richtung Himmel zeigen. Beide Hände nach oben strecken, ausatmen. Wieder einatmen, entspannen und den Körper mit Qi füllen. Eine Kraftwelle vom Boden über den Körper nach oben entfalten und beide Hände rasch nach oben drücken, ausatmen. Qi aus dem Himmel einsammeln, Handflächen zeigen wieder nach unten, einatmen. Handflächen wieder nach unten absenken, ausatmen. Während der nächsten Einatmung die Handflächen seitlich vor den Beinen nach unten weiter senken, Qi fließt in die Beine. Wieder ausatmen.

Anschließend wieder einatmen, Körper entspannen und mit Qi füllen. Während der nächsten Ausatmung beide Füße kurz und schnell vom Boden wegheben und wieder fallen lassen. Dann Qi von der Erde mit den Händen einsammeln, vor dem Brustkorb heben, einatmen.
Beide Fäuste schließen, die Ellbogen nach innen ziehen, sodass beide Unterarme parallel vor dem Körper senkrecht zum Boden stehen. Anschließend mit beiden Ellbogen seitlich nach außen schlagen und dabei ausatmen. Handflächen wieder öffnen und Qi nach unten absenken, einatmen und wieder ausatmen.

Wirkung der Übung
Diese Übung aktiviert sehr stark den gesamten Körper und trainiert sehr gut den Wechsel von Anspannung und Entspannung, Fokus und Weite, sowie Schnelligkeit und Langsamkeit. Das explosionsartige Abgeben von Energie wird geübt, Entschlossenheit und Willenskraft gefördert.

Christophers Geheimtipp
Versuchen Sie hier den Wechsel zwischen absoluter Gelöstheit und harte Anspannung deutlich zu vollziehen. Die Bewegung sollte dynamisch, kräftig und entschlossen durchgeführt werden!

Übungen zur Stärkung des Immunsystems erlernen: Kung Fu Level I

3. Kräutertherapie: Zahlreiche Kräuter stärken unsere Immunsystem oder können im Akutfall aufgrund ihrer antiviralen Aktivität eingesetzt werden.

Der fauchende Tiger

Unbeeindruckt. Von allen Viren und Bakterien.

„Der fauchende Tiger“ stärkt das Immunsystem, indem es das Qi von Niere, Milz und Lunge stärkt. Die Rezeptur schützt den Körper vor Wind und hilft vor allem bei Infektanfälligkeit der Atemwege und des HNO Traktes. Wir empfehlen die Rezeptur vor allem in der kalten Jahreszeit präventiv über einen längeren Zeitraum regelmäßig einzunehmen.

Mehr erfahren!

4. Akupunktur und Akupressur: Zahlreiche Punkte stärken das Immunsystem

Magen 36 – Zusanli
Lokalisation: 3 Cun unterhalb Unterkante d. Kniescheibe und 1 Querfinger lateral d. Scheinbeinvorderkante.
Funktion: Reguliert und tonisiert Milz und Magen. Stärkt das Qi.
Indikationen: Bauchbeschwerden diversester Art, Müdigkeit, Energielosigkeit.

Besonderheiten: Xiahe – unterer Meerpunkt des Magens. Allgemeiner Tonisierungspunkt. Wichtiger Punkt für alle Baucherkrankungen.