Das Prinzip des Fließens – eines der acht Bewegungsprinzipien des Qigong

Das Prinzip des Fließens – eines der acht Bewegungsprinzipien des Qigong

Die Kunst der Langsamkeit

Alle Bewegungen (mit einigen Ausnahmen) sollten sehr langsam und bedacht Millimeter für Millimeter durchgeführt werden, ohne aber ins Stocken zu geraten. Dadurch erwerben wir uns die Fähigkeit, uns auch auf kleinstem Raum exakt und fließend fortzubewegen. Genießen Sie daher jeden Millimeter des Bewegungsablaufes! Erst diese Langsamkeit ermöglicht dem Körper, sich korrekt einzurichten und unserem Geist, den Bewegungen zu folgen.

Eine Bewegung geht in die nächste über

Ebenso sind die Bewegungsabläufe nie hintereinander, sondern immer ineinander. Die Figuren selber sind nur eine Momentaufnahme, so als ob jemand gerade in jenem bestimmten Moment ein Foto gemacht hätte. Der interessante Teil liegt sehr oft in den Übergängen zwischen den einzelnen Bewegungen verborgen, welche somit keinesfalls vernachlässigt werden sollten. Eine Bewegung geht somit fließend in die nächste über. Eine Übungsserie sollte letztlich so ausgeführt werden, als ob es sich um eine einzige lange Bewegung handeln würde. Ganz mühe- los und ohne Widerstand sollten wir wie Wasser durch die Übungen fließen. Auch unser Blick fließt, bleibt nicht hängen und folgt wie ein Pinselstrich. „Wir blicken nach vorne und hören nach hinten.“

Eine Bewegung durch die Gegenbewegung einleiten

Eine Bewegung wird eigentlich fast immer durch die Gegenbewegung davor eingeleitet. Dadurch schaffen wir zuerst Stabilität und Verwurzelung, sowie Dehnung der Muskulatur in der Gegenrichtung, die sich dann in der eigentlichen Bewegung wieder entdehnen kann.

Der Seidenfaden

Bezüglich der Frage, wo eine Bewegung im Ba He Fa ihren Ursprung nimmt, gibt es im Wesentlichen zwei Ansichten:
1. Die Bewegung beginnt in Dan Tian (durch die Bauchmanschette)
2. Die Bewegung beginnt am Fuß (durch Sinken und Steigen)

Beides ist letztendlich richtig, denn beides ist das Selbe. Wenn wir eine Bewegung durch Drehen der Bauchmanschette, sprich dem Dan Tian initiieren, so verändert sich durch das mit dieser Bewegung einhergehende Öffnen und Schließen der Leisten auch automatisch der Druck auf den Füßen und umgekehrt. Alle Bewegungen wurzeln somit in den Füßen und breiten sich über den Dan Tian nach oben aus. Die Arme wiederum werden nur von den Impulsen, die sie vom Becken bekommen, bewegt. Das Becken ist somit „der Kreisverkehr des Qi“, die Arme und Beine wie Seile, die am Dan Tian angebunden sind. Jede Bewegung dieser wird durch einen Impuls des Dan Tian ausgelöst und ist somit in Ausmaß und Timing mit unserem Zentrum konform. Die Hände sind mit dem Dan Tian mit einem „seidenen Faden“ verbunden, der sich ein ganz klein wenig dehnen kann, bevor die Arme auf den Zug des Beckens reagieren. Indem wir uns somit durch dieses „Stehenlassen der Arme“ von der eigenen Hand wegbewegen, schaffen wir Raum für Anwendungen, wenn wir in Bedrängnis sind. Die Hände bewegen sich somit immer zuletzt.

Erlernen Sie alle 24 Prinzipien des Qigong und steigern Sie die Wirksamkeit Ihrer täglichen Übungspraxis um ein Vielfaches!

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