Die Harnblase aus Sicht der TCM

Die Harnblase dient nach Ansicht der traditionellen chinesischen Medizin zur Ausscheidung des Urins, welche sie aus dem Dünndarm über die Niere erhält.

Die Beziehung zur Niere:
Die Harnblase und die Niere sind in einer Form Yin und Yang Koppelung miteinander verbunden.
Hierbei wird sie ganz maßgeblich von der Kraft der Niere reguliert. Sowohl Schwierigkeiten beim Harnhalten als auch beim Harnlassen, lassen auf eine Störung bzw. Schwäche des Nieren-Qi schließen. 

Die Beziehung zur Milz:
Das Verdauungssystem hat selbstverständlich auch einen großen Einfluss auf die Blase. Bei einer Milz-Qi Schwäche ist der Körper nicht mehr in der Lage Nährstoffe gut aufzunehmen sowie Flüssigkeiten zu transformieren, so dass es zu einer Ansammlung von Feuchtigkeit im Körper kommt. Diese sammelt sich sehr oft im Unterleib, welches ein Milieu verursacht, in welchem sich Bakterien und andere Krankheitserreger sehr wohl fühlen, sodass chronische Entzündungsprozesse relativ leicht entstehen können. Aus diesem Grund ist eine Sanierung der Darmflora und eine Stärkung der Verdauungskraft von zentraler Bedeutung für die Harnblase.

Die Beziehung zum Herzen:
Nach Ansicht der chinesischen Medizin gibt es über den Dünndarm Meridian eine enge Beziehung von Blase und Herz. Dies erklärt warum emotionale Aufregungen des Herzens oft zu Harnwegsinfekten führen können. Ein Herzfeuer wird über den Dünndarm Meridian in den Blasen Meridian weitergeleitet, sodass dieses Feuer dann eine Entzündung der Blase hervorrufen kann. Dieses Muster ist vor allem bei wiederkehrenden Infekten ein sehr häufiges. 

Der Blasen Meridian:
Der Blasen Meridian verläuft auf der Rückseite des Körpers und ist gemeinsam mit dem Dünndarm Meridian der sogenannte Tai Yang Meridian. Es stellt die oberflächlichste Meridianschicht unseres Körpers dar und wird daher sehr oft von Kälte angegriffen. Diese Kälte kann dann letztlich aus dem Blasen Meridian in das Organ der Blase weiter wandern, was wiederum in einer Kontraktion der Blasenmuskulatur mit einer Stagnation der Flüssigkeiten resultieren kann.

Der Nieren Meridian:
Der Nieren Meridian beginnt an der Fußsohle und erklärt warum kalte Füße sehr oft zu Blasenproblemen führen können. Die Kälte steigt entlang des Nieren Meridianes nach oben und erreicht dadurch die Organe von Niere und Blase.

Fazit:
Neben der Stärkung des Nieren-Qi ist es bei chronischen Harnblasenproblemen auch wichtig auch die Milz zu stärken, Feuchtigkeit auszuleiten und emotionale Ungleichgewichte des Herzens oder auch der Leber zu beseitigen, um einen freien Fluss von Qi und Blut, sowie von Wärme im Unterleib zu gewährleisten.

„Den Blasenmeridian dehnen“
Ablauf der Übung

Beugen Sie mit gestreckten Beinen den Oberkörper nach vorne und lassen Sie diesen mit Armen und Kopf nach unten hängen. Versuchen Sie die Dehnung von der Fußsohle über die Rückseite der Beine und den Bereich seitlich der Wirbelsäule bis hinauf zum Hinterkopf zu spüren. Durch diese Übung wird vor allem der Blasenmeridian gedehnt. Beim Aufrichten sollten Sie zuerst die Knie beugen und sich dann aus den Knien heraus Wirbel für Wirbel aufrollen.

Wirkung der Übung
Diese Übung öffnet und aktiviert den Blasenmeridian.

Christophers Geheimtipp
Genießen Sie diese Dehnübung! Den Kopf hängen lassen und den Nacken lang werden lassen, indem die Schultern nicht zu sehr in Richtung Kopf fallen. In die Dehnung hineinatmen und loslassen!

1 Comment

  1. Klasse. Ein lehrreicher Text den du geteilt hast. Es ist schwierig darüber im Internet was
    zu finden.Und schon was dazu gelernt!

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