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Die Pathologie der Leber – der Ärger – Teil 1

Sind Ärger und Wut gut oder schlecht? Du hast es erraten. Weder gut, noch schlecht.

Im Buddhismus ist Wut nichts anderes als Ausdruck einer „zeitweiligen geistigen Verwirrung“.

Gefühle entstehen hauptsächlich durch Interpretation. Dies bedeutet, dass wir unsere Gefühle ändern können, wenn wir Dinge anders zu interpretieren lernen.

Ärger entsteht, wenn wir denken, dass etwas falsch ist.

Nach dem Gesetz der Resonanz kommen bestimmte Dinge oder Menschen nur deswegen zu uns, weil sie schon in uns drinnen sind. Ähnliches gilt für Ärger:

Wir können uns nur ärgern, wenn wir bereits verärgert sind.

Und es kommt noch schlimmer. Wenn wir uns ärgern, so ärgern wir letztlich nur uns und ziehen zusätzlich noch weitere Ärgernisse an. Sobald wir aber unsere inneren Verhältnisse klären, sind auch die die äußeren klar.

Der Mensch kann nur deswegen verletzt werden, weil er schon verwundet ist.

Diese „Ur“-Verletzung ist die Aufspaltung in die Dualität.

Emotionen erfüllen aber auch wichtige Funktionen. Sie geben uns nämlich die Möglichkeit, das was wir mit unserem Geist erleben, körperlich auszudrücken.

Wut aktiviert uns, ins Handeln zu kommen, um äußere Gegebenheiten zu verändern.

Wut ist somit auch ein wichtiger Kompass, da wir ja nie völlig grundlos wütend werden. Die bedeutet, dass hinter der Wut etwas steht, das uns sehr am Herzen liegt. Sich hier ehrlich nach dem „warum“ der Wut zu fragen, kann sehr aufschlussreich und hilfreich für unsere Entwicklung sein.

Umarme deine Wut!

Warum ärgern wir uns alle so viel?

Erstens, weil wir andauernd enttäuscht werden, und zwar nicht von unseren Mitmenschen, sondern von unseren Erwartungen an sie. Wenn wir also unsere Erwartungen ablegen oder sie zumindest klar mit unseren Mitmenschen kommunizieren, um Missverständnisse zu vermeiden, kann dies Ärger verhindern.

Zweitens, weil wir zu viel denken. Die meisten Streitgespräche in unserem Leben finden ausschließlich in unserem Kopf statt.  

Drittens, weil wir alles persönlich nehmen. Und alles, was wir persönlich nehmen, nehmen wir bereits zu persönlich.

„Nicht mein Affe. Nicht mein Zirkus.“

polnisches Sprichwort

Viertens, weil wir Recht haben wollen. Und da bin ich mir ganz sicher! Sobald wir aber in diese auf unser Recht beharrende defensive oder sogar offensive Grundhaltung gehen, geht jede Kommunikation bergab. Was ist das Gegenmittel? So kitschig es klingen mag, es ist wie immer die Liebe.

Liebe löst das krampfhafte Verlangen im Recht zu sein einfach auf.

Das Leben ist letztlich ein Gesellschaftsspiel namens „Mensch ärgere dich nicht“. Und falls wir uns im Rahmen des Gesellschaftsspiels doch einmal sehr über einen anderen Menschen ärgern, so stellt sich die Frage, warum wir diesem Menschen überhaupt soviel Macht geben, uns aus der Balance bringen zu können.

Behalten wir doch das Privileg uns aufzuregen für uns.

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