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Noch mehr Gedanken über das Denken

Lesen Sie den ersten Blog Beitrag über das Denken hier

Ein weiteres Problem an unseren ständigen Gedanken ist, dass negative Gedanken wesentlich verführerischer sind, als positive. Über einen schönen Sonnenuntergang oder den tollen Geruch eines Waldes können wir meist nur sehr kurz nachdenken. Was wir aber gut können, ist stundenlang, sogar tage- bis jahrelang über eine Person nachdenken, die ein einziges Mal etwas gesagt hat, das wir damals als negativ bewertet haben. Oder vielleicht hat diese Person sogar gar nichts gesagt, was wir natürlich auch nicht so wollten. Und als ob das nicht genug wäre, interpretieren wir unsere Gedanken dann noch und denken sogar über unsere Gedanken nach! Was geschieht? Wir fühlen uns schlecht.

Die meisten Gefühle reden wir uns ein.

Und sie entstehen durch Interpretation einer an sich neutralen Situation. Dies bedeutet aber auch, dass wir Gefühle ändern können, wenn wir Dinge anders zu interpretieren lernen.

Ärger entsteht beispielsweise meist, wenn wir denken, dass etwas falsch ist, Trauer, wenn wir denken, dass etwas schade ist, Freude hingegen, wenn wir denken, dass etwas schön ist.

Wir müssen nicht alles glauben, was wir denken.

Natürlich gibt es auch organische Ursachen für Gefühle wie bei einer endogenen Depression, die mit einem niedrigen Serotoninspiegel des Gehirns einhergeht. Trotzdem entstehen viele Gefühle erst, nachdem wir Gedanken in unserem Gehirn gewälzt haben. Wenn also Gefühle durch unser Denken beeinflusst werden, so stellt sich natürlich immer die Frage: Wann zur Hölle haben wir denn bitte beschlossen, traurig oder verärgert zu sein? Im Regelfall sagt man ja, dass Frauen etwas gefühlsbetonter sind als Männer. Wussten Sie aber, dass Männer auch Gefühle haben? Hunger zum Beispiel.

Generell gewöhnen wir uns mit der Zeit auch sehr stark an unsere Gedanken und Emotionen, da sie unserem Ego bei der Identifikation helfen.

Emotionen und Gedanken werden mit der Zeit weit mehr als nur eine Gewohnheit. Sie werden zu einer Sucht.

Wir alle sind süchtig nach unseren üblichen Gedanken und Emotionen. Und wie ein drogenabhängiger suchen wir tagtäglich nach unserer Droge. Der dauernd Verärgerte sucht fieberhaft nach Gründen, sich zu ärgern, der Traurige sucht nach Themen, über die er traurig sein kann. Es gilt aber auch:

Der Glückliche sucht nach Themen, die ihn glücklich machen.

Wie durchbrechen wir diese Suchterkrankung? Durch Willenskraft und liebevolle Aufmerksamkeit.

Es gilt einen Willen zu schaffen, der stärker ist als Gewohnheit.

Bevor wir dies in Angriff nehmen müssen wir uns allerdings unserer geliebten Gewohnheiten bewusstwerden, sprich diese aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein rufen, sodass sich Unterbewusstsein zu Bewusstsein wandelt. Wie? Durch Aufmerksamkeit.

Es gilt rauszufinden, was unsere persönlichen, negativen Glaubenssätze sind und diesen keinen Glauben zu schenken.

Natürlich gibt es auch positive Glaubenssätze, die uns Kraft und Zuversicht verleihen. Diese gilt es selbstverständlich zu kultivieren, sprich statt negativer Gedankenspiralen positive aufzubauen.

Positiver denken.

Wie das geht erlernen Sie in der Anshen Master Class