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Zhan Zhuang – Stehen wie ein Baum

Ablauf der Übung
Die Hände werden bis auf Brusthöhe vor den Körper gehoben, die Handflächen zeigen zum Brustkorb, die Fingerspitzen zu einander. Die Schultern und die Ellbogen möglichst locker lassen. Die Handgelenke und Finger sind durchlässig und entspannt. Der Kopf befindet sich weit oben im Himmel, die Füße tief unten in der Erde. Der Körper ist aufrecht und entspannt.

Wirkung der Übung
Diese Übung zentriert den Körper und gleicht den physischen und den energetischen aufeinander ab. Qi wird gesammelt und gespeichert.

Wichtige Aspekte der Übung
Die essenziellen „Zhan Zhuang“ Stehmeditationen werden meist als „Stehen wie ein Baum“, „Die stehende Säule“ oder manchmal auch „den Ball halten“ bezeichnet. Essenziel ist es, den Körper zu zentrieren, aufzurichten und seine eigene Mitte zu finden.

Wir ersetzen Haltung durch Balance.

Auch kleinste Abweichungen sollten wir spüren lernen und fortwährend korrigieren. Die Gelenke sollten geöffnet und die Organe entspannt sein, sodass Qi frei fließen kann. Das Becken wird dabei etwas nach vorne und unten gesenkt, sodass sich die Knie sekundär auch etwas beugen. Die Wirbelsäule wird etwas gerade gezogen, indem wir das Steißbein nach unten sinken lassen und das Kinn, sowie den ersten und siebten Halswirbel etwas nach hinten anziehen, die normale Kurvatur der Wirbelsäule bleibt aber noch vorhanden. Der Kopf wird dadurch etwas angehoben und zurückgeschoben. Die Spitze des Steißbeines zeigt zu einem Punkt genau zwischen den beiden Füßen und die Leisten sind leicht gebeugt, als ob man sich hinsetzen wollte. Der Nacken sollte immer durchlässig sein. Erforschen Sie auch den Bereich zwischen den Schulterblättern! Ziehen Sie vielleicht beide Schulterblätter krampfhaft zu einander, anstatt auch hier eine gewisse „Offenheit“ zuzulassen, oder herrscht in diesem Berech überhaupt keine Spannung, sodass die Schultern nach vorne einfallen? Auch die Vorderseite des Brustkorbes sollte entspannt sein. Der Blick sollte geradeaus in der Ferne liegen. Der Kontakt zwischen Fußsohlen und Boden sollte maximiert werden, indem wir das Gewicht durch die eigenen Beine und Füße hindurch in den Boden sinken lassen. Hierfür können wir in Gedanken die Fußsohlen ganz weich werden lassen. Zentrierung bedeutet auch, dass sich ein Baustein des Körpers genau auf den anderen darunter legen kann, dass Innen und Außen miteinander verbunden sind. Versuchen sie daher anstatt mit reiner Muskelkraft vor allem mit Hilfe der Knochen und deren exakten Position zu stehen. Man sollte daher unterhalb des Nabels fest und schwer wie ein Berg sein, während der Brustkorb und vor allem der Kopf oben klar und leicht sein sollte.

Grundprinzip hierbei ist immer eine dynamische Aufrichtung nach oben, gekoppelt mit einem Loslassen und Entspannen nach unten.

Himmelstor und Erdetor sollten während des Stehens immer geöffnet sein. Auch eine gelöste, geöffnete, lockere Hüfte ist essenziell, um die (Qi-) Verbindung von Beinen mit Oberkörper zu gewährleisten. Die Muskeln sollten locker und entspannt sein, wenden Sie nur soviel Kraft auf, wie unbedingt nötig! Dies erreichen wir, indem wir immer weiter in den Muskel bzw. Körperteil hineinspüren und wieder und wieder locker lassen. Hierbei muss unter Umständen die Haltung öfters nachkorrigiert werden. Führen Sie also immer wieder neue Feinabstimmungen durch, justieren Sie nach!

Dieses Stehen testet somit nicht, wie stark wir sind, sondern wie intelligent wir die eigene Kraft einsetzen.

Wenn wir uns ganz dieser Position hingeben, können äußerer und innerer, energetischer Körper zusammenfließen, sodass der Ursprungszustand des Körpers („Wuji – Zustand“) wiederhergestellt wird, ähnlich dem Neuformatieren einer Computerfestplatte. Dafür muss unser inneres, energetisches Zentrum (Dan Tian) mit unserem äußeren, physischen Zentrum (unserem Schwerpunkt) verschmelzen. Wenn wir uns zentrieren, dann sinkt unser Schwerpunkt im Inneren wieder hinunter in den Unterbauch, den Dan Tian. Wenn wir „zentriert“ sind, dann sind Körper, Geist und Seele im Einklang, Qi kann durch alle Meridiane frei fließen und wir sind „ganz bei uns selbst“. Wenn Sie das Gefühl haben, ewig so stehen zu können, dann stehen Sie richtig.

Christophers Geheimtipp
Versuchen Sie am Anfang der Stehübung noch sehr aktiv zu bleiben und zahlreiche Korrekturbe- wegungen des Körpers zuzulassen. Vor allem des Loslassen nach unten mit der Aufrichtung nach oben betonen, gleichzeitig nicht auf Atmung und Lächeln vergessen! Diese Stehübung stellt eine grundlegende Übung des Qigong dar und darf eigentlich in keinem Qigong Training langfristig fehlen. In China wird sehr großer Wert auf solche Stehmeditationen gelegt, sodass hier bei stundenlangem Stehen der Begriff der „Ewigkeit“ immer neu definiert wird.

Erlernen Sie 8 spezielle Stehmeditationen für die Regeneration und Regulation der einzelnen Organsysteme in der Acht Harmonien Taiji Serie!

 
Herzlichst,
Christopher Po Minar