Anshen Zentrum Alte Donau Wien

Über die Entstehung des Anshen Zentrums

Gedanken von Christopher Po Minar

Wer weiß schon, wo wirklich der Beginn von allem liegt?
Es liegt alles in den Genen, würden die einen sagen.
Alles ist vorbestimmt, meinen vielleicht andere.
Es hat sich wohl einfach ergeben, denke ich.

Als Kind wuchs auch ich natürlich mit Kung Fu und Ninja Filmen auf. Interessanterweise faszinierte mich schon damals der gegenseitige Respekt und das meditative Ritual vor dem Kampf mehr, als der tatsächliche Round House Kick auf die Ohren des Gegners. Letztlich fand ich dann selbst meinen Weg zu den Kampfkünsten abseits des Fernsehers, was mich neben anderem vor allem auch Disziplin und Durchhaltevermögen lehrte und den Weg zu so vielem ebnete.

Meinen ersten wirklichen Kontakt zur Traditionellen Chinesischen Medizin hatte ich, wie so viele auch als Patient. Nach vielen Besuchen bei klassischen Schulmedizinern fand auch ich in meiner Jugend den Weg zu einem TCM-Arzt, der mir erstmalig nach Jahren Linderung meiner Beschwerden ermöglichte. Nur fürs Protokoll: Der wirkliche Durchbruch gelang dann durch die Praxis des Qigong!

Da ich aber die Dinge schon immer genauer wissen wollte und vor allem ein von Ärzten unabhängiges Leben führen wollte, beschloss ich, mich selbst der Materie zu widmen und wusste bereits ab meiner ersten Unterrichtseinheit in Traditioneller Chinesischer Medizin, dass diese Medizin wie für mich gemacht war. Ich fand eine Medizin, die tatsächlich mit dem täglichen Leben eines echten Menschen zu tun hatte und nicht abseits des Menschen zwischen Laborwerten und anderen Messwerten agiert. Und dank meiner Eltern, die mich nicht nur finanziell unterstützten, hatte ich das Privileg neben der herkömmlichen Schulmedizin auch TCM studieren zu können und wusste schon früh, dass dies das Feld war, in dem ich in Zukunft arbeiten wollte.

Und als ich ein paar Jahre später während meiner Spitalsausbildung diesen furchtbaren Hagebutten Tee, welchen es als einziges Getränk neben Kaffee (den ich nicht trinke) und Leitungswasser in Wiener Spitälern immer gab, einfach nicht mehr trinken wollte, war klar: 

Ich möchte an einem Ort arbeiten, wo als TCM Arzt tätig sein kann und es grünen Tee oder zumindest Kräutertee gibt. Und da es einen solchen Ort nicht gab, mussten meine Frau Love und ich diesen einfach selber erschaffen. Aus einer wohlproportionierten Mischung Größenwahn und purer Naivität, gekoppelt mit einer nicht enden wollenden Vision erschufen wir in unseren Köpfen unser Zentrum, natürlich inklusive Seminarraum, damit ich dort mein ach so geliebtes Qigong lehren konnte.

Wir planten voller Enthusiasmus und natürlich absolut unwissend, was auf jemanden zukommt, der ein derartiges Bauvorhaben realisieren möchte. Im Nachhinein denke ich, dass es ein Segen war, dies vorher nicht zu wissen, ansonsten würde man so etwas niemals tun, zumindest nicht, wenn man bei klarem Verstand ist. Vor allem ist es ein Segen, wenn man so eine Last nicht ganz allein auf den Schultern tragen muss, sondern eine wunderbare Frau an der Seite hat, die von Anfang an dabei war und Ihren Anteil an Blut, Schweiß und Tränen beisteuert.

Und so eröffneten wir tatsächlich an einem verschneiten 1. April im Jahre 2013 das Anshen Zentrum Alte Donau.

Anfangs planten wir das Zentrum bloß als meine Wahlarzt-Ordination plus Kursort. Viele zweifelten, dass sich überhaupt Menschen an diesen gottverlassenen Ort in der tiefen Wildnis Transdanubiens vorwagen würden. Mein Großvater gab uns noch den wohlgemeinten Rat, „über der Donau immer Vorsicht walten zu lassen, nicht ausgeraubt zu werden“.

Zweifel hatten wir natürlich auch manchmal, Hoffnung und tiefe Überzeugung immer. Was wir aber niemals dachten, war, dass wir im Laufe der Jahre so viele tolle WeggefährtInnen bekämen, die unser Projekt so tatkräftig unterstützen, angefangen von TrainerInnen, die leben und lieben, was sie lehren, bis hin zu fantastischen TherapeutInnen und ArztkollegInnen, die unser Zentrum bereichern und mit denen wir einen ganz wunderbaren kollegialen täglichen Austausch pflegen dürfen.

Wissen Sie, was der Name Anshen bedeutet?

Es bedeutet „Friedlicher Geist“ und stellt ein wichtigstes Therapieprinzip der TCM dar. Es besagt im Wesentlichen, dass es für langfriste Heilung immer essenziel ist, den Geist zur Ruhe zu bringen. Ohne dem geht auf Dauer nix.

Das von uns gewählte Logo stellt übrigens die chinesische Version eines Smileys dar, und entstammt einer Kaligrafie, die ich von einem alten Meister der Kalligraphie bei einer meiner China Aufenthalte in Szechuan geschenkt bekam.

Und für diese beiden Dinge möchte ich mich an dieser Stelle bei meinen Eltern, meiner liebsten Frau Love und unserem Sohn, all meinen Kolleg*Innen, meinem allerbesten Ordi-Team und vor allem bei Ihnen liebe Patient*Innen, Kund*Innen und Freund*Innen bedanken.

Danke, dass ich mit Frieden im Geiste und einem Lächeln im Herzen TCM im Anshen Zentrum Alte Donau praktizieren darf.

Herzlichst,
Christopher Po Minar

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