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YOgaTRE Yoga und TRE -Stress und Spannungen lösen.

Warum Sie auf die Idee kommen sollten, Zittern zu gehen… Yoga & TRE zur Unterstützung für Ihre Selbstheilung

Stellen Sie sich vor, Sie erzählen Ihren Freunden, dass Sie am Mittwochabend in einen Kurs gehen und dort Zittern lernen. Gemeinsam mit einer Gruppe von Gleichgesinnten liegen Sie nach der Ausübung von Yogaübungen am Boden und geben sich einem Körperzittern hin. Und nun stellen Sie sich vor, dass Ihre Freunde Ihnen dazu gratulieren und Sie darin bekräftigen, dass Sie sich an diesem Abend etwas sehr Gutes für Ihren Körper, für Ihren Geist und für Ihr gesamtes Wohlbefinden tun.

Kommen Ihnen diesen beiden Vorstellungen etwas absurd vor? Und dennoch haben Sie sich gerade für diesen Kurs interessiert. Würden wir das Zittern in diesen Vorstellungen mit einem Konzertbesuch, einer Massage oder einer Wellnessbehandlung ersetzen, wären es ein realistischeres Bild.

Das rührt vor allem daher, dass das Zittern in allgemeiner Übereinkunft nicht positiv bewertet wird und man nicht sieht, dass sich ein zitternder Körper gerade selbst regeneriert und heilt. Auch wenn es einige positive Assoziationen gibt wie ‚shake it off – Schüttle es ab‘ ist die Betrachtung einer zitternden Person noch immer besorgniserregend.

Der Begründer der Methode names „TRE“ (im vollen englischen Wortlaut – tension and trauma relasing exercises), die das Körperzittern hervorruft und zulässt, ist Dr. David Berceli. Dr. Berceli ist ein internationaler Experte auf dem Gebiet der Traumaintervention und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit den körperlichen Folgen von Trauma und Stress. Er selbst hat es sich nach eigenen Angaben zum Ziel gemacht, das Zittern salonfähig zu machen.

Das Zittern selbst ist überall auf der Welt bekannt. Es kann vor, während oder nach einer stressvollen Situation beobachtet werden. Dabei haben sich vor allem die Wissenschaften der Psychologie und der Neurologie mit dem Körperzittern auseinandergesetzt. Allerdings sahen diese Forschungen das Auftreten des Zitterns als einen pathologischen Ausdruck des Körpers. Nur die Physiologen betrachteten das Zittern differenzierter, da es bei jeder Bewegung des Körpers vorhanden ist und erkannt im Zittern die Kraft einer schnelleren Wundheilung und Erhöhung der Flexibilität.

Aber nun zurück zu der Frage warum gerade Sie regelmäßig zittern sollten?

Betrachten wir einen Menschen und seine Gesundheit unabhängig von den Aspekten seiner persönlichen Geschichte und des kulturellen Hintergrundes, sondern setzen wir ganz bewusst den gerade präsenten Körper in den Vordergrund, so können wir einen Körper wahrnehmen, der sich laufend zusammenzieht und wieder ausdehnt. Dies macht unser Herz. Es zieht sich zusammen und dehnt sich wieder aus. Dies macht unsere Lunge. Sie zieht sich zusammen und dehnt sich wieder aus. Dies macht unser ganzer Körper. Er zieht sich zusammen und dehnt sich wieder aus.

In einer Gesellschaft, wo wir tagtäglich mit einer Fülle von Informationen und Anforderungen zu tun haben, ist der Zustand des Zusammenziehens häufiger als der Zustand der Entspannung.

Genau an diesem Punkt setzt TRE an. Das Zittern sorgt immer für eine Entladung. Das Zittern findet automatisch immer dann statt, wenn das vegetative Nervensystem hoch erregt und aufgeladen ist, und da unser alltägliches Leben sehr fordernd ist, ist auch unser vegetatives Nervensystem oft hoch geladen. Den Körper sanft und bewusst zittern zu lassen, hilft in den natürlichen Zustand der Entspannung wieder zurückzukommen. Das Zittern richtet sich nicht gegen den eigenen Körper. Es dient der Entspannung und der Wiederherstellung der eigenen Balance.

In unserem Kurs „Yoga und Selbstheilung“ wird der Körper mit vorangehenden achtsamen Übungen auf dem Prozess des freien Zitterns vorbereitet. Dabei haben wir die Möglichkeit auf die eigene Weisheit des Körpers zurückzugreifen. Somit kann die eigene Selbstheilungskraft des Körpers aktiviert und genutzt werden.

Und was beutet das alles für Sie?

Sie liegen am Boden, zittern und haben einen wunderbaren Abend.

 

Natascha Zickbauer